Ausgerechnet am Fukushima-Jahrestag: Ständerat will alte Atomtechnologie zulassen
11. März 2026 | Atom-Initiative, Gegenvorschlag, Medienmitteilung, Politik
Ausgerechnet am Jahrestag der Katastrophe von Fukushima hat der Ständerat sich dafür ausgesprochen, den Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz wieder zuzulassen. Damit wären gefährliche Reaktoren, die Atommüll produzieren, wieder zugelassen. Die Allianz Atomausstieg kritisiert diesen Entscheid scharf. Die AKW-Kehrtwende widerspricht dem mehrfach bestätigten Willen der Bevölkerung und gefährdet die Energiewende
Auch 15 Jahre nach dem Reaktorunfall sind die Folgen von Fukushima für Mensch und Umwelt nicht bewältigt. Ganze Regionen bleiben unbewohnbar, die Aufräumarbeiten dauern Jahrzehnte und verursachen enorme Kosten. Ausgerechnet an diesem Gedenktag beschliesst der Ständerat eine Atom-Kehrtwende – und folgt damit den Vorstellungen von Albert Rösti.
Fukushima mahnt – doch der Ständerat ist gegenüber den energiepolitischen Realitäten blind zu sein. Neue Atomkraftwerke würden frühestens um 2050 Strom liefern – viel zu spät für die aktuellen energie- und klimapolitischen Herausforderungen. Gleichzeitig wären sie extrem teuer: Ein einziges AKW kostet über 25 Milliarden Franken und wäre ohne massive staatliche Unterstützung nicht realisierbar. Anders als so oft behauptet hat sich die Atomtechnologie in den letzten Jahren kaum entwickelt: Die Entsorgung des radioaktiven Abfalls wirft noch viele ungelöste Fragen auf, und ein Wiedereinstieg in die Atomkraft verstärkt die Abhängigkeit der Schweiz von internationalen Lieferketten für Uran und Atomtechnologie.
Dabei sind die Alternativen längst vorhanden. Die Energiewende ist auf dem Weg und bietet günstigere, zeitnahe und unabhängige Lösungen für die Stromversorgung. Investitionen in erneuerbare Energien, Effizienz und Speicher stärken die Versorgungssicherheit – ohne die Risiken und Kosten neuer Atomkraftwerke.
Der Nationalrat ist nun gefordert, diesen Fehlentscheid zu korrigieren und am Neubauverbot für Atomkraftwerke festzuhalten.