Blinde-Kuh-Spiel im Nationalrat– Allianz Atomausstieg kündigt Referendum gegen neue Atomkratwerke an

18. Juni 2026 | Atom-Initiative, Gegenvorschlag, Medienmitteilung, Politik, Unkategorisiert

Der Nationalrat hat heute eine sonderbare Kehrtwende vollgezogen aber dem indirekten Gegenvorschlag zur Atominitiative doch zugestimmt. Die Allianz Atomausstieg sieht diesen Entscheid als energiepolitischen Rückschritt zulasten von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und erneuerbaren Energien und kündigt das Referendum an.

«Die Mehrheit des Parlaments verfolgt also doch das Prinzip ‹Augen zu und durch›. Sie macht den Weg für neue AKW frei, ohne Antworten auf die zentrale Frage der Finanzierung zu haben. Das ist keine  Energiepolitik, das ist ein ideologisches Blinde-Kuh-Spiel », sagt Florian Kasser, Präsident der Allianz Atomausstieg.

Referendum gegen neue AKW

Mit dem Entscheid des Nationalrats ist der parlamentarische Prozess abgeschlossen. Das breite Bündnis «Nein zu neuen AKW» wird deshalb das Referendum gegen neue AKW lancieren. Die Allianz Atomausstieg, Dachorganisation von 31 atomkritischen Organisationen, ist Teil dieses Bündnisses. Die Unterschriftensammlung wird voraussichtlich Ende Juni starten.

«Das Parlament hat heute die Tür für neue Atomkraftwerke geöffnet. Die Bevölkerung hat jedoch bereits 2017 entschieden, dass die Zukunft der Schweizer Energieversorgung erneuerbar ist. Wir sind überzeugt, dass sie diesen Entscheid auch diesmal verteidigen wird», sagt Florian Kasser.

Die Allianz Atomausstieg ruft die Bevölkerung, Umweltorganisationen, Energieverbände und weitere zivilgesellschaftliche Akteure dazu auf, das Referendum zu unterstützen. Die Schweiz braucht keine neuen Atomkraftwerke, sondern einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und eine sichere, unabhängige Stromversorgung.