Milliardenfrage Atomkraft: Nationalrat fordert Klarheit über Kosten und Risiken
15. Juni 2026 | Atom-Initiative, Gegenvorschlag, Medienmitteilung, Politik
Der Nationalrat hat heute einem Rückweisungsantrag zum indirekten Gegenvorschlag zur Atom-Initiative beschlossen. Damit wird der Bundesrat beauftragt aufzuzeigen, wie neue Atomkraftwerke finanziert werden könnten und welche finanziellen Risiken dabei von Bund und Kantonen übernommen werden müssten.
Die Allianz Atomausstieg hält es für richtig, dass die Finanzierungsfrage geklärt wird, bevor das Parlament über die Aufhebung des Neubauverbots entscheidet. Wer neue Atomkraftwerke ermöglichen will, muss auch offenlegen, wer die Milliardenkosten und die finanziellen Risiken trägt. «Der Nationalrat verlangt nichts anderes, als dass der Bundesrat seine Hausaufgaben macht. Bevor über die Aufhebung des Neubauverbots entschieden wird, müssen die finanziellen Konsequenzen transparent auf dem Tisch liegen», sagt Florian Kasser, Präsident der Allianz Atomausstieg.
Bis heute fehlt eine glaubwürdige Antwort auf die zentrale Frage, wie neue Atomkraftwerke in der Schweiz finanziert werden könnten. Internationale Erfahrungen zeigen, dass Neubauprojekte regelmässig massiv teurer werden als geplant und ohne staatliche Garantien kaum realisiert werden können.
Die Allianz Atomausstieg erwartet, dass die erneute Beschäftigung mit der Finanzierungsfrage die atompolitischen Luftschlösser zum Einsturz bringt. Wer neue Atomkraftwerke fordert, muss erklären können, wer dafür bezahlt. Solange diese Antwort fehlt, bleibt die Diskussion über neue AKW vor allem eines: ein teures Wunschdenken.